Bolivien

SüdamerikaSüdamerika

Bolivien liegt in Südamerika. Es grenzt im Westen an Peru und Chile, im Süden an Argentinien und Paraguay, im Osten und Norden an Brasilien und ist somit neben Paraguay das einzige Land Südamerikas, das keinen Zugang zum Meer hat.

 

Mit einer Fläche von 1.098.581 km2 ist es etwa dreimal so groß wie Deutschland. Die Einwohnerzahl beträgt mit 9 Mio. jedoch nur ca. ein Zehntel.

 

Bolivien ist das ärmste und exportschwächste Land Lateinamerikas, sein Bruttoinlandsprodukt ist mit etwa 3.100 US-Dollar pro Kopf/Jahr (2006) unterdurchschnittlich. Zwei Drittel der Bevölkerung leben von weniger als einem Dollar pro Tag, obwohl Bolivien über viele Bodenschätze verfügt. Diese konzentrieren sich jedoch auf die Gegend um Santa Cruz.

 

Wappen von BolivienWappen von Bolivien

Bolivien ist in neun Departamentos aufgeteilt. Die offizielle Hauptstadt Boliviens ist Sucre im Departamento Chuquisaca, der Sitz der Regierung befindet sich jedoch in La Paz, der wichtigsten Stadt des Landes, die in 3200 bis 4100 m Höhe liegt und damit der höchstgelegene Regierungssitz der Erde ist.

 

Die größte Stadt Boliviens ist Santa Cruz de la Sierra im gleichnamigen Departamento Santa Cruz.

 

 

Landschaft und Klima

Bolivien kann eine extreme Vielfalt von Landschaften aufweisen. Aufgrund der enormen Höhenunterschiede ist das Klima sehr unterschiedlich.

indigene Bäuerin, Altiplanoindigene Bäuerin, Altiplano

Bolivien wird von zwei großen und weit auseinander liegenden Ketten der Anden durchzogen, deren Höhe bis über 6.500 Meter reicht. Dazwischen liegt das zentrale Hochland, das 3.000 bis 4.000 m hohe Altiplano, wo sich auch die Stadt La Paz befindet. Obwohl es nur etwa ein Drittel der Fläche Boliviens ausmacht, leben hier rund 80 Prozent aller Bolivianer.

 

Inmitten des Altiplano liegt der Titicaca-See, der höchstgelegene, kommerziell schiffbare See der Erde. Durch dessen Mitte verläuft die Grenze zum Nachbarland Peru.

 

Während auf dem Altiplano ein gemäßigtes Höhenklima mit geringen jahreszeitlichen Temperaturschwankungen und relativ starken Tag- und Nachttemperaturschwankungen vorliegt, steigen die Durchschnittstemperaturen in Richtung Osten aufgrund der sinkenden Höhe. Das tropisch-heiße Tiefland ist nur äußerst dünn besiedelt.

 

In Santa Cruz herrscht ein warm gemäßigtes bis subtropisches Klima mit einer größtenteils hohen Luftfeuchtigkeit. Im November beginnt hier die Regenzeit, die bis zum März andauert. Diese kann die ohnehin schon katastrophalen Verkehrsbedingungen noch verschlimmern. Unter 10 % der Straßen in Bolivien sind befestigt! Der größte Verkehrsanteil spielt sich auf Schotterstraßen ab.

 

 

Bevölkerung

Die Bevölkerung Boliviens ist sehr vielseitig. Das Zusammenleben von Weißen, Mestizen sowie vielen Indigenen Völkern ruft viele Konflikte hervor. Auch die derzeitigen Diskussionen und Autonomiebestrebungen haben einen maßgeblich ethnischen Hintergrund.


Die Bevölkerung setzt sich folgendermaßen zusammen:

 

  • ca. 15 % Weiße bzw. Kreolen

(Nachfahren von spanischen oder europäischen Eltern, d.h. Nachkommen der altspanischen Kolonisten)

  • ca. 30 % Mestizen

(„Mischling" → Nachfahren von Weißen und der indigenen Bevölkerung)

  • ca. 55 % „Indígenas"

(meist Quechua (ca. 30 % = 2,7 Mio.) und Aymara (ca. 25 % = 2,25 Mio.))


Insgesamt leben ca. 40 verschiedene ethnische Gruppen in Bolivien. Während einige auszusterben drohen, können andere Bevölkerungszuwachse verzeichnen.

Aymara mit MusikinstrumentenAymara mit Musikinstrumenten

Grob beschrieben machen die Weißen/Kreolen und die Mestizen die Ober- und Mittelschicht aus, während der Hauptteil der Indigenen verarmt ist. Natürlich gibt es auch sehr reiche unter den indigenen Einwohnern und sehr arme hellhäutige, doch ist dies in selteneren Fällen der Fall.

 

Vereinfacht lässt sich erkennen, dass der Hauptteil der Weißen/Kreolen und der Mestizen (hauptsächlich in und um Santa Cruz) Autonomiebestrebungen haben, während die indigene Bevölkerung (meist im Hochland) eher einen Zentralstaat unterstützt.

 

 

Sprachen

Die offiziell anerkannten Amtssprachen in Bolivien sind Spanisch, Quechua und Aymara. Quechua und Aymara sind die am meisten gesprochenen indigenen Sprachen Südamerikas. Daneben gibt es aber auch noch über 20 andere Sprachen der verschiedenen Völker.


In der Realität haben die drei Sprachen jedoch keine gleichbedeutenden Rollen: Die Verkehrssprache ist eindeutig Spanisch, vor allem in den Städten des Landes. Hier wohnt der größte Teil der bolivianischen Bevölkerung. Die Landbevölkerung spricht meist eine der zahlreichen indigenen Sprachen. Viele Kinder wachsen heutzutage jedoch auch zweisprachig auf. In den Schulen und Universitäten wird meist nur auf spanisch unterrichtet, aber auch bilingualer Unterricht wird seit den letzten Jahren immer mehr unterstützt.

 

 

Quelle: hauptsächlich Wikipedia